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Erster Tausender aus dem Kinzigtal |
Siegfried Samson fliegt Streckenflugrekord von Langenselbold
1040 km über Südeutschland
Am Sonntag startete Samson zu seinem größten Flug den er jemals in Deutschland bewältigt hat. Die Wetterprognosen versprachen frühen Thermikbeginn und gutes Flugwetter in fast ganz Süddeutschland. Um 09:30 machte sich der Spitzenpilot bereits auf den Weg zum ersten Wendepunkt bei Kassel. Dort bereits um 11:00 angekommen flog er über den Hohen Meißner und en Thüringer Wald bis nach Cham am Bayrischen Wald. Dort wendete er ein weiteres Mal um über die fränkische und schwäbische Alb Kurs auf Winzeln im Schwarzwald zu nehmen.
Gegen 17:00 machte er sich von dort auf den Heimweg um über den Odenwald und Spessart wieder ins Kinzigtal zurück zu fliegen. Samson flog damit die größte jemals erreichte Strecke mit Start im Kinzigtal. In der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug, bei der die drei größten Strecken in der Saison gewertet werden, hat Samson inzwischen die Führung übernommen.
Nicht so glücklich ist die Lage des AC Langenselbold in der Bundesliga. Nach vier unglücklichen Runden liegt der Verein momentan auf einem Abstiegsplatz und müht sich gegen die Konkurrenz noch aufzuholen. In Kürze werden Weltmeisterin Susanne Schödel und Sigi Samson an zentralen Meisterschaften in der Schweiz und in Hockenheim antreten.
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Warten auf Thermik und eine trockene Start- und Landebahn |
Im Gespräch mit dem Stadtjournal Langenselbold: Gernot Schadt
Langenselbold. Es kribbelt bei den Piloten der weißen, lautlosen Flugzeuge schon mächtig in den Fingern. Das Warten auf Thermik, gutes Wetter und eine trockene Start- und Landebahn hat bald ein Ende. Das Stadtjournal Langenselbold sprach vor dem Start in die neue Segelflugsaison mit dem 1. Vorsitzenden des Langenselbolder Aero-Clubs (ACL), Gernot Schadt.
Stadtjournal: Was machen die Selbolder Segelflieger eigentlich im Winter, wo die heimische Landebahn meist nicht zu gebrauchen ist? Gernot Schadt: Der Winter ist ausgefüllt mit Wartungen, Reparaturen und Verbesserungen an unseren Fluggeräten. Hierbei fällt der größte Aufwand bei unseren "Arbeitsgeräten", der Motorschleppmaschine "Husky" und unseren zum Schulbetrieb zugelassenen Segelflugzeugen an. Weiterhin bieten unsere Fluglehrer Theoriekurse an, die gezielt auf die Prüfungen zum Lizenzerwerb vorbereiten. Einige unserer Pilotinnen und Piloten verbringen die Winterzeit wegen der hervorragenden Wetterbedingungen aber auch beispielsweise im südlichen Afrika. Susanne Schödel hat bei dieser Gelegenheit zwei Weltrekorde in Namibia aufgestellt.
Wie muss man sich die Theorie-Schulungen vorstellen? Um eine Ausbildung zum Segelflug- oder Motorsegelpilot zu absolvieren, muss man ähnlich dem PKW Führerschein einige Theorie lernen. Die Fächer sind Flugzeugkunde, Aerodynamik, Navigation, Luftrecht, Meteorologie, Technik und Verhalten in besonderen Fällen. Die Unterrichtstunden finden meist an Samstagen und Sonntagen statt, bei Bedarf auch an Wochentagen. Seit einigen Jahren teilen wir uns den Aufwand mit dem Aeroclub Gelnhausen, sodass einige Unterrichtseinheiten im Wechsel in Gelnhausen und 'in Langenselbold stattfinden.
Sie sprachen über das Warten der Fluggeräte, müssen die eigentlich auch zum TÜV? Ja. Bei Luftfahrzeugen wird allerdings ein strengerer Maßstab angelegt als bei Kraftfahrzeugen. Wir müssen mit unseren Flugzeugen jedes Jahr zur sogenannten "Jahresnachprüfung", die der TÜV-Prüfung ähnlich ist. Bei Motorfliegern kommen noch kürzere Prüfintervalle hinzu, die in gewissen Motorlaufzeiten erfolgen.
Wird es in diesem Jahr einen Großflugtag in Langenselbold geben? In Langenselbold wird es keinen Großflugtag mehr geben. Die engen Platzverhältnisse lassen dies nach den neuesten behördlichen Auflagen nicht mehr zu. Als Alternative hatten wir im letzten Jahr eine Musikveranstaltung mit Waymond Harding, die beim Publikum derart positiv ankam, dass ich mit dem Management von ihm einen neuen Termin vereinbaren konnte.
Ist eigentlich das sehr große Gelände der Segelflieger Eigentum des Clubs? In den vergangenen Jahren wurden erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet um Gelände zu erwerben. Mittlerweile ist der größte Teil des Flugplatzgeländes Eigentum des AEC. Ein Teil der Landebahn ist Erbpachtgelände der Stadt Langenselbold. Einige angrenzende Geländeteile sind von Landwirten hinzugepachtet. Hier möchte ich die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Besitzern erwähnen, die zum reibungslosen Ablauf unseres Flugbetriebes einen großen Beitrag leisten.
Und wer pflegt das Gelände? Unser Verein ist so strukturiert, dass es für jeden Bereich einen oder mehrere Verantwortliche gibt. Für unsere Gelände- und Wiesenpflege haben wir einen eigenen Traktor mit Mähwerk. Während der Saison muss die Start- und Landebahn 14-tägig gemäht werden.
Besucher des Vereinsgeländes können auf dem Flugplatz und in den Hailen zahlreiche Flugzeuge sehen. Wie viele eigene Flugzeuge hat der ACL? Zur Zeit hat der Aeroclub fünf einsitzige und zwei doppelsitzige Segelflugzeuge, ein doppelsitziges Segelflugzeug mit Hilfsmotor zum Selbststarten, ein Motorsegler und ein Motorflugzeug zum Schleppen der Segelflugzeuge Außerdem stehen auf unserem Flugplatz noch Segelflugzeuge, die sich in Privatbesitz befinden.
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Doppelweltrekord in Bitterwasser |
Am 20.12.2011 gelingt unserer Fluglehrerin Susanne Schödel Ihr vermutlich zweiter Weltrekordflug in Namibia. Das freie Dreieck über 1060 km bewältigt Sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130,6 km/h.
Der Aero Club Langenselbold gratuliert zu dieser hervorragenden Leistung
Die Fluglehrerin des Aero-Club Langenselbold startete am 20.12.2011 in Bitterwasser mit einem Ventus 2cxm mit 15m Spannweite, etwa 150 km südlich von Windhoek zu Ihrem Rekordflug.

Die amtierende Frauenweltmeisterin schaffte es mit Ihrem Dreiecksflug über 1060 km gleich in zwei Weltrekordkategorien die Bestmarken zu übertreffen. So übertrumpfte sie die derzeitige Rekordinhaberin Anja Kohlrausch über eine freie Dreiecksstrecke von 1002 km aus dem Jahre 2006 gleich um 58 km.Mit diesem Flug überbietet Sie zugleich Ihren eigenen Weltrekord über einen Flug um max. 3 Wendepunkte aus dem Jahre 2010 um weitere 6 km.
Laut Ihrem aktuellen Bericht von der südlichen Hemisphäre startete Susanne um 10:30 und flog 180 km Richtung Nordwesten zu Ihrem ersten Wendepunkt Gamsberg am Rande der Namib Wüste. Bei Cumulusbewölkung in einer Höhe zwischen 4.000 und 5.000 Meter flog Sie nun am Ostrand der Namibwüste in knapp zwei Stunden bis zum 303 km entfernten Wendepunkt Helmeringhausen in südlicher Richtung. Danach schwenkte Sie nach Osten um Ihren letzten Wendepunkt Buitepos, den Grenzort im Dreieck Namibia, Botswana und Südafrika, zu umfliegen. Für die 350 km dorthin benötigte Sie bei fantastischen Segelflugbedingungen 2:40 und wendete um 16:50 Richtung Zielort Bitterwasser. So hatte die Weltmeisterin für die verbleibenden 225 km noch etwa 2:15 Zeit bis zum Sonnenuntergang. Unter allmählich schwächer werdenden Bedingungen und sich zunehmend ausbreitender Bewölkung gelang Ihr trotz allem ein schneller Heimflug mit etwa 130 km/h im Durchschnitt, sodaß Sie um 18:40 bereits zur Landung in Bitterwasser ansetzen konnte.
Hier warteten schon viele befreundete Flieger um Sie gebührend zu empfangen. Anschließend konnte der Erfolg sogar ein wenig gefeiert werden, da die Vorhersagen für die nächsten Tage keine großen Flüge zulassen werden.
Der Aero-Club Langenselbold und sein Vorstand gratulieren der erfolgreichen Sportlerin zu Ihrem Doppelweltrekord in den Kategorien "größtes geflogenes freies Dreieck" und "größter Flug um max. 3 Wendepunkte" . |
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